12.06.2011
Innovation und gute Rahmenbedienungen zur Belebung der Innenstadt
Wie kann den vielen leer stehenden Ladenflächen in der Innenstadt wieder Leben eingehaucht werden? Braucht’s Anschub der öffentlichen Hand oder überlässt man alles dem freien Markt?
Dass in den Innenstädten Ladenflächen leer stehen ist ein Phänomen, das auch in anderen Städten zu beobachten ist. Ein Blick über unsere Kleinstadt hinaus zeigt dann auch, dass der laute Ruf nach der öffentlichen Hand in solchen Fällen leider keine Patentlösung darstellt. Fakt ist: Olten hat heute auch deshalb viele leer stehende Ladenflächen weil es angesichts des heutigen Konsumverhaltens ein Überangebot an Flächen gibt, das noch auf dem Einkaufverhalten des vergangenen Jahrhunderts basiert.
Gefordert sind alle Beteiligten:
Die Stadt Olten ist gefordert, Rahmenbedingungen zu gestalten, welche Gewerbetreibenden, Barbetreibern und Gastronomen Planungssicherheit und möglichst viel Freiraum bieten. Natürlich kann es in einzelnen Fällen Sinn machen, dass die Stadt Olten eine Liegenschaft erwirbt, um gezielt Akzente setzen zu können und als Eigentümer direkt auf den Liegenschaftsmarkt Einfluss nehmen zu können. Vielmehr als das, sind jedoch die städtischen Expertinnen und Experten in Stadtentwicklung und Wirtschaftförderung gefragt, mittels niederschwelligeren Interventionen, viel Überzeugungsarbeit und mehr oder weniger sanftem Druck auf Immobilieneigentümer ihren Einfluss geltend zu machen und Akzente zu setzen. Dazu gehört auch eine Mittler- und Vernetzerfunktion zwischen Mietern und Eigentümern (und nicht nur den dazwischen geschalteten Verwaltungen). Weiter sollte die Stadt Olten über ein Monitoring verfügen, das aussagekräftige Informationen beispielsweise zu Leerbeständen und Mietpreisen im gesamten Stadtgebiet ermöglicht.
Die Ladenbetreiber und Gewerbler ihrerseits müssen innovativ sein und sich um ihre Kundschaft kümmern. Einfach hinter der Theke auf Kundschaft zu warten reicht nicht. Sie müssen sich zusammentun und in einem grösseren Ganzen auftreten. Es ist so banal wie brutal: Wer ein gutes Produkt und mit einem entsprechenden Service anbietet, das auf eine entsprechende Nachfrage stösst, wird als Ladenbetreiber Erfolg haben. Dazu gehört auch das Geschick bei der Wahl des Standorts und dem Aushandeln der Mietkonditionen.
Und nicht zuletzt sind auch die Immobilieneigentümer gefordert, sich dem Wandel anzupassen. Der Trend in den Städten zeigt, dass Ladenflächen nicht selten in Gastrobetriebe umgewandelt werden. Auch Büroflächen an gut frequentierten und zentralen Lagen – diese Merkmale bieten Ladenflächen oft – sind gesucht. Mittels kleineren Eingriffen in der Gebäudestruktur lassen solch unspektakuläre Umnutzungen ohne grosse Investitionen realisieren.
Simon Haller, Gemeinderat Grünliberale