Beim Bifangplatz öffnet Oltens erstes Begegnungszentrum bald seine Türen. Welche Anforderungen und Wünsche  stellen Sie an dieses; was muss das Begegnungszentrum erfüllen?

Das Oltner Begegnungszentrum – auf den eher umständlichen Namen CULTIBO getauft – öffnet bald schon seine Türen. Das ist ein Erfolg, einer, der dem Mitwirkungsprozess „Chance Olten Ost“ entstammt. Ich habe diese gross aufgezogenen Partizipationsevents wie es das Projekt „Chance Olten Ost“ darstellt, an dieser Stelle schon heftig kritisiert und will es gerade deswegen nicht unterlassen, den Initianten und dem Trägerverein zum langen Atem und dem Willen zur Umsetzung gratulieren.

Trotzdem bleibe ich skeptisch. Ich bezweifle es stark, dass an diesem Ort ein echtes Bedürfnis nach einem Begegnungszentrum besteht. Wenn ich von Bedürfnis rede, meine ich damit dasjenige der potentiellen Nutzerinnen und Nutzer. Dass das Bedürfnis von einer Vielzahl von Profis und Experten aus Soziokultur oder Stadtentwicklung gesehen wird, ist nur die eine Seite. Das Bedürfnis, das ich meine, ist in erster Linie bei den Menschen zu suchen, für die das Begegnungszentrum gedacht ist.

Hier beginnen meine Anforderungen und Wünsche an das Begegnungszentrum: Ich erwarte, dass es gelingt, flexibel und offen auf die Wünsche und Ideen der Nutzerinnen und Nutzer einzugehen. Wer immer das dann auch sein wird. Gleichzeitig muss es gelingen, für verschiedene Nutzergruppen offen zu sein. Ein Begegnungszentrum, das nur von einer oder zwei bestimmten Gruppierungen genutzt wird, ist kein Begegnungszentrum sondern eher ein Vereinslokal.

Gerade in der geforderten Vielfalt liegt wahrscheinlich auch die grosse Herausforderung für das Begegnungszentrum. Mit der Vielfalt der Nutzerbedürfnisse sind unterschiedliche oder gar widersprüchliche Anforderungen an Ausstattung und Angebot verbunden. Ein Kindergeburtstag benötigt nicht die gleiche Infrastruktur wie eine Vereinssitzung. Die Haushaltshilfe verträgt sich schlecht mit dem Streetdancekurs für Jugendliche. Diese Vielfalt möglich zu machen und zu fördern wird eine Herausforderung für die Betreiber des Begegnungszentrums werden.

Ich wünsche mir weiter, dass das Begegnungszentrum nach draussen geht und seine vier Wände verlässt. Der Standort am Bifangplatz ist dafür prädestiniert und dem Begegnungszentrum kommt bei der angestrebten Belebung jenseits des Verkehrs eine Pionierrolle zu.

Seitens Stadt ist eine Erfolgskontrolle durchzuführen. Schliesslich ist sie es, welche das Begegnungszentrum zu einem grossen Teil finanziert. Es braucht eine Leistungsvereinbarung mit dem Trägerverein, welche kontinuierlich überprüft werden muss. Darin gilt es klare Anforderungen zu formulieren und gleichzeitig Raum für die bereits geforderte Flexibilität zu belassen.

Ich wünsche allen engagierten Personen viel Glück und einen langen Atem.

 

Simon Haller, Gemeinderat Grünliberale

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