06.03.2011
Neugestaltung Bahnhofsplatz
Simon Haller, Gemeinderat Grünliberale
Müsste im Zuge der Neugestaltung des SBB-Industriewerke-Areals (Neubau Betriebszentrale SBB) auch die Situation Bahnhofsplatz miteinbezogen werden? Und welche Forderungen soll die Stadt dafür an die SBB stellen?
Um diese Frage fundiert zu beantworten, bedarf es Klarheit über die Eigentumsverhältnisse um den Bahnhof: Das Gebiet angrenzend an das Industrieareal mit den Parkplätzen, den überdachten Veloabstellplätzen und den Busstationen ist – wie auch der eigentliche Bahnhof mitsamt den Unterführungen – im Besitz der SBB. Der Stadt gehört einzig der Bahnhof“platz“ mit den Kurzparkplätzen und den Busstationen, welche unmittelbar ans Gleis 1 angrenzen.
Klar soll die Stadt an die SBB Forderungen stellen und geschickt verhandeln. Doch viel interessanter ist die Frage, was die Stadt selber tun kann. Fordern ist einfacher als handeln. Handeln aber wirkungsvoller.
Die Parksituation für Fahrräder ist beispielsweise unbefriedigend. Zweigeschossige Veloständer sind zwar platzsparend, aber für Leute, welche nicht in den Überkleidern zur Arbeit fahren nicht geeignet. Weiter sind die Wege für ebendiese Verkehrsteilnehmer ungünstig. Diese haben die Wahl zwischen verkehrsreglementarischem Graubereich oder langen Wartezeiten vor dem Rotlicht. Die Verkehrsführung für Fahrräder muss auf der Westseite des Bahnhofs dringend überdacht werden.
Im Zuge der Verhandlungen zum mittlerweile beschlossenen Bau der unterirdischen Veloparkieranlage auf der Ostseite des Bahnhofs konnte die Stadt mit den SBB aushandeln, dass diese auf der Seite der Industriewerke eine ebensolche Anlage erstellen werden. Nun gilt es auf diesem Versprechen zu bestehen.
Weiter ist die Parkplatzsituation für Pendler zur Zeit prekär. Für Leute, welche mit dem Auto an den Bahnhof gelangen, um danach mit dem Zug zur Arbeit oder an eine Besprechung in den grösseren Städten zu fahren, sind nicht genügend Parkplätze vorhanden. Diese Situation darf durch den Neubau der Betriebszentrale nicht weiter verschärft werden, auch nicht temporär während den Bauarbeiten.
Weiter zeigt sich die Situation bei den Omnibussen und Postautos nicht gerade benutzerfreundlich. Für Auswärtige sind die über das Bahnhofsumfeld verteilten Busstationen unübersichtlich angeordnet. Auch die Beschilderung im und um den Bahnhof ist mangelhaft und in erster Linie durch Vielfalt geprägt. Mehr Schilder und ein hoher Detailierungsgrad zeugen von viel gutem Willen und wenig Konzept und Koordination. Weniger wäre hier ein Mehr an Übersicht und Kundenorientierung.